Angstphasen – Wie stärke ich die Sicherheit meines Kindes?

Shownotes

Bonnie* hat uns geschrieben und gefragt, wie sie ihre dreijährige Tochter begleiten kann: Seit einigen Monaten reagiert sie panisch, wenn sie allein in einem Raum bleiben oder einfache Aufgaben ohne Begleitung erledigen soll und erzählt von Teddys oder Zwergen, die ihr Angst machen. Wie erkenne ich, was mein Kind in einer Angstphase wirklich braucht? Wie begleite ich liebevoll und entschleunigt, ohne zu überfordern? Wie kann ich in der Familie Rahmen schaffen, die Verbindung, Vertrauen und Ruhe fördern?

*Name geändert


Das war vorerst die letzte Folge vom Familienrat Podcast. Wir haben schweren Herzens entschieden, das Projekt zu beenden. Wehleidig und sehr stolz blicken wir auf über 300 Folgen und 6 Jahre zurück. Wir bedanken uns bei Katia, Bob und Matze, aber vor allem bei euch dafür, dass ihr reingehört, Fragen gestellt und den Familienrat zu dem gemacht habt, was er ist. Schön, dass ihr uns begleitet habt, danke für eure Treue!


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Transkript anzeigen

00:00:06: Herzlich willkommen beim Familienrat mit Katja Saalfrang.

00:00:09: Dem Familienpodcast von Mit Vergnügen.

00:00:12: Ich bin Katja Saalfrang, Diplompädagogin und Musiktherapeutin in eigener Praxis, Autorin und Mutter von Viersöhlen.

00:00:18: Und ich bin Bob Blume, Lehrer, Bildungsinfluencer, Podcaster und Familienvater.

00:00:24: Wir treffen uns hier jeden Montag und beantworten eure Fragen rund um Erziehung, Beziehung und den Alltag groß und klein.

00:00:31: Danke fürs Einschalten und viel Spaß mit der heutigen Folge.

00:00:40: Hallo und herzlich willkommen zum Familienrat-Podcast mit Bob Blume und Katja Seilfrank.

00:00:46: Hallo, Bob.

00:00:47: Hallo zusammen.

00:00:49: Wie geht's dir so zwischen den Jahren?

00:00:52: Eigentlich ganz gut.

00:00:53: Ich bin dann immer so ein bisschen, wie soll ich sagen, so ein bisschen Ambitions- und Fantasielos und genieße das aber auch irgendwie.

00:01:03: Ich musste mir sehr viele Jahre abgewöhnen, mich unter Druck gesetzt zu fühlen, was ich Silvester mache.

00:01:09: Das hat sich dann aber auch irgendwann gelegt, weil wir die letzten Jahre immer mit den gleichen Freunden gefeiert haben.

00:01:15: Dieses Jahr mal mit einer anderen Familie, mit der wir aber auch schon gefeiert haben und mich entlastet, das dann immer das zu wissen.

00:01:22: Ich weiß nicht, bist du so ein Silvester-Feier-Mensch?

00:01:26: Nee, also je länger ich auf der Welt bin und je mehr Silvester ich erlebe, desto weniger Bedeutung hat es sozusagen jetzt mit dem Thema Feiern.

00:01:36: Aber Übergänge ist ja immer in allen Bereichen wichtig.

00:01:40: Und ich finde eigentlich so zwischen den Jahren, das erlebe ich eigentlich immer wieder so, ist irgendwie so eine besondere Zeit der Zwischenzeit.

00:01:50: Also das alte ist noch nicht vergangen und das neue hat noch nicht begonnen.

00:01:54: Und deswegen finde ich das eigentlich immer ganz schön.

00:01:58: Also ich bin da eigentlich immer besonders im Bewusstsein, weil ich das eigentlich so schön finde.

00:02:04: Keiner will was von einem, also zumindest frei beruflich jetzt muss ich jetzt nicht überlegen, arbeite ich da oder nicht.

00:02:11: Und es ist irgendwie sehr, also ich finde es fast ein bisschen magisch, weil Weihnachten ist schon rum und man ist irgendwie wohlig erschöpft, wenn es gut läuft.

00:02:20: Und auf der anderen Seite kommt dann der Jahreswechsel und das Neue beginnt dann.

00:02:24: Ja, so.

00:02:26: Finde ich schön.

00:02:27: Das ist ja auch so ein Zwischendenken.

00:02:29: Ich meine, du hast gesagt, die älter du wirst.

00:02:31: Nein,

00:02:31: das habe ich nicht gesagt.

00:02:32: Ich habe gesagt, je länger ich auf der Welt bin.

00:02:34: Ja, okay.

00:02:36: Das hast du jetzt gesagt.

00:02:37: I see, I see.

00:02:39: Ja, ich meine nur, also sozusagen in den Zwanzigern hat man ja, finde ich, noch mehr Druck.

00:02:44: Ich meine, bin ich gerade erst raus.

00:02:45: Ist klar, aber hat man ja noch ein bisschen mehr Druck.

00:02:48: Was

00:02:49: tolles machen zu müssen.

00:02:50: Also zumindest hatte ich den damals.

00:02:52: Das ist ja auch dann so selbst eingebildet, aber trotzdem.

00:02:55: Ja, weil ich weiß, was du meinst.

00:02:56: Ja, das stimmt.

00:02:58: Nee, ich bin da total offen und irgendwie glaube ich, also mal ergibt sich was, mal ergibt sich nichts und ich... Also ich bin auch immer so hin und her gerissen, ehrlich gesagt.

00:03:07: Mittlerweile gibt es dann auch mehr Optionen.

00:03:09: Also es ist jetzt nicht mehr so wie in der Familienzeit, wo man dann eben auch schon was vorplanen muss, sondern es gibt dann mehrere Optionen.

00:03:16: Man könnte da, man könnte da, man könnte da, man könnte das machen so.

00:03:19: Und im Endeffekt bin ich dann manchmal auch ganz froh, wenn alle unterwegs sind und bei dem ganzen Geknalle auch zu Hause zu sein, zumal ich ja auch jetzt einen Hund habe und den eigentlich auch nicht alleine lassen möchte.

00:03:31: Dann um die Zeit.

00:03:32: Ja, das ist blöd.

00:03:35: Die Tiere haben immer so eine Angst vor der Knallereine.

00:03:39: So, apropos Knaller.

00:03:41: Jetzt kommt eine Knallerfrage, oder?

00:03:44: Guck mal, das hab ich jetzt mal als Übergang gemacht.

00:03:48: Okay.

00:03:50: Bonnie schreibt, hallo Katja, hallo Bob.

00:03:53: Ich bin über euren Podcast gestolpert.

00:03:55: Das finde ich übrigens sehr schön, dass du da drüber gestolpert bist und habe schon einige interessante Ansätze für unseren Familienalltag gefunden.

00:04:01: Vielen Dank dafür.

00:04:03: Vielleicht erstmal zu unserer Familiensituation.

00:04:05: Mein Mann und ich haben eine dreijährige Tochter und einen bald zwei werdenden Sohn.

00:04:10: Dazu kommen noch die Tochter, sechs, meines Mannes, die im Wechselmodell bei uns lebt.

00:04:16: Nun zu unserer derzeitigen Herausforderung.

00:04:19: Seit ca.

00:04:19: vier Monaten zeigt unsere Tochter in vielen Situationen Angst und gerade zu Panik, zum Beispiel wenn sie alleine in ihrem Zimmer ist, sich die Hände im Bad waschen soll, aber auch wenn man zu zweit vor ihr läuft und sie anscheinend das Gefühl hat, man lässt sie allein.

00:04:33: Sie fängt dann laut an zu schreien, rennt panisch los und schreit nach mir.

00:04:36: Bis zum Sommer war all das kein Problem.

00:04:39: Ich hatte im Sommer zwei Krankenhausaufenthalte immer über einen Tag.

00:04:42: eventuell spielt das mit hinein, obwohl man ihr über die Tage nichts angemerkt hat.

00:04:48: Zudem meint sie immer wieder, sie sieht einen Teddy oder einen Zwerg, die ihr Angst machen.

00:04:54: Mein Mann und ich sind mittlerweile sehr unsicher, wie wir damit umgehen sollen.

00:04:57: Anfangs haben wir sie bei allem sehr ernst genommen, haben gefragt, wo der Teddy ist, sind hingegangen und haben mit ihm geredet oder gestreichelt.

00:05:05: In diesem Situation funktioniert das gut.

00:05:07: Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass wir das verhalten und die Angst damit bestärken.

00:05:12: Wir sind dazu übergegangen, ihr zu zeigen, dass dort niemand ist.

00:05:15: Außerdem versuchen wir sie zu ermutigen, alleine zum Beispiel ihren Schlafanzug anzuziehen.

00:05:20: Dennoch benötigt es weiterhin sehr viel Überzeugungsarbeit.

00:05:24: Nun ist auch der Kindergarten auf uns zugekommen, weil sie auch dort nur in Begleitung auf Toilette gehen möchte.

00:05:30: Was der Kindergarten, wie ich finde, gut löst mit Begleitung von anderen Kindern, wenn die Erzieher nicht können.

00:05:35: Dennoch sind wir etwas ratlos.

00:05:37: Was könnten wir noch versuchen, um sie zu bestärken?

00:05:40: Vielleicht könnt ihr uns noch eine andere Sichtweise auf unsere Situation geben.

00:05:44: Vielen Dank.

00:05:45: Bonnie, die natürlich anders heißt.

00:05:47: Ja, vielen Dank, liebe Bonnie, erst mal für diese Frage und die Beschreibung.

00:05:54: Es geht hier ganz klar um das Thema Sicherheit.

00:05:57: Also Bestärkung ist das eine, aber das ist vielleicht dann erst möglich, wenn Sicherheit da ist.

00:06:04: Wenn Sicherheit da ist, kann man auch wieder bestärken.

00:06:07: Jetzt geht es erst mal um das Thema Sicherheit.

00:06:11: Da scheinen einige Dinge zu sein, die eben die Dreijährige verunsichern und das können wir natürlich jetzt aus der Entfernung nicht konkret sagen, aber wir können da gerne mal, so wie wir das ja immer machen, einmal drüber fliegen.

00:06:23: Ja.

00:06:24: Ja, vielleicht können wir, bevor wir uns vielleicht die Konstellation angucken, auch hier nochmal, ich sage auch hier, weil wir das öfter haben hier in unserem Podcast, nochmal darauf aufmerksam machen, dass es eine Dreijährige ist, die sehr

00:06:40: klein ist.

00:06:42: Also die noch wirklich viel Begleitung braucht und vielleicht dadurch, dass hier eine sechsjährige ab und zu mit dabei ist und es auch noch ein jüngeres Kind gibt, ist das so ein bisschen aus dem Blick geraten.

00:06:55: Für mich hört und fühlt sich das nicht ganz so stimmig an, wenn es jetzt darum geht, dass sie alleine zum Beispiel Dinge tun soll, alleine im Raum bleiben soll, alleine sich ihren Schlafanzug anziehen soll.

00:07:10: Also wo ist da sozusagen das Ziel, ja?

00:07:15: So, also...

00:07:16: Na ja, das Ziel verstehe ich schon, aber es ist ja spannend, dass du dann da eher... Ja, was

00:07:20: ist denn das Ziel?

00:07:21: Dann sag mir doch mal, das Ziel ist, dass sie das alleine machen soll.

00:07:24: Oder dass sie alleine bleiben soll.

00:07:27: Ja, also ich habe das so verstanden, dass sie damit bezwecken, dass eben sie ans Alleine sein herangeführt wird, damit sie dadurch dann weniger Angst hat, wenn sie alleine ist.

00:07:39: Okay, das ist ein Irrtum.

00:07:41: So wird es nicht funktionieren.

00:07:44: Genau, aber das ist ja cool, dass du das sozusagen stellvertretend vielleicht dann auch für Bonnie sozusagen hier nochmal die Frage so formuliert hast oder das Ziel so formuliert hast, weil das wäre eben etwas, was dadurch nicht zu erreichen ist.

00:07:59: Ja, sondern das und das ist ja auch das, was Bonnie beschreibt, dass die Angst im Grunde stärker wird.

00:08:04: Ja, die Unsicherheit wird stärker, die Angst wird dadurch größer.

00:08:08: Also es ist einfach auch ein Irrtum.

00:08:10: Oder für mich ist halt die Frage, warum soll sie das denn alleine tun?

00:08:14: Also das ist für mich so die Frage, ne?

00:08:15: Also es gibt ja noch ganz viele Jahre, wo die Dreijährige hoffentlich auf dieser Welt sein wird und dann vielleicht auch alleine leben wird, alleine ihre Dinge tun wird.

00:08:27: Jetzt ist sie aber drei und sie braucht die Gruppe, sie braucht die Bezugspersonen.

00:08:32: Und es gibt aus meiner Sicht keinen Grund.

00:08:34: Also jedenfalls kann ich den hier nicht rauslesen.

00:08:37: warum sie alleine diese Dinge tun soll.

00:08:40: Und ehrlich gesagt, auch in der Kita empfinde ich das nicht als ungewöhnlich.

00:08:45: Erst mal, es ist ja auch schön zu hören, dass die Kita das hier irgendwie so löst und sie lösen es ja auch nur mit den anderen Kindern, weil sie sagen, die Erzieher haben nicht die Kapazität.

00:08:55: Ja, das heißt aber nicht, dass ein dreijähriges Kind oder alle Dreijährigen immer und zu jeder Zeit nicht mal zu Hause, sondern woanders alleine auf Toilette gehen.

00:09:07: Und Sicherheit, das ist vielleicht auch noch mal wichtig, ist keine feste Größe.

00:09:12: Sondern Sicherheit ist etwas, was wir immer wieder uns selbst beantworten dürfen und Strategien brauchen, um uns sicher zu machen.

00:09:22: Und diese Strategien hat die Dreijährige noch gar nicht sicher.

00:09:27: Also die kann sie noch nicht zurückgreifen sicher und deswegen wäre es eben gut, sie an allen Stellen, wo das eben möglich ist.

00:09:35: Also alles, was sie tun muss, ist selbst essen und selbst schlafen.

00:09:41: So, das sind die Dinge, die sie selbst tun muss.

00:09:43: Alles, was mit dem Körper zusammenhängt, natürlich muss sie auch selbst Pipi machen und so weiter.

00:09:47: Aber alles andere kann ja begleitet sein, auch mal für eine Zeit noch mal mehr vielleicht, als das jetzt Bonnie dachte, weil es offensichtlich eine Zeit ist, wo ja gerade etwas passiert in der Dreijährigen.

00:10:04: Und ob das ein Übergang ist, den wir gerade gar nicht im Außen sehen, weil starke Gefühle sich entwickeln, vielleicht irgendwelche Wachstumsschmerzen, Veränderungen, wie auch immer dazu kommen.

00:10:18: Oder und, weil nie eine Sache führt dazu, dass es so ist, wie es ist, es vielleicht auch noch sowas wie nachwählen von dem Krankenhausaufenthalt sind oder auch mit der Konstellation das ganz zusammenhängt, dass da ein Geschwisterkind mal da ist und mal nicht da ist, was ja die Dreierige gar nicht so richtig absehen kann, weil wir haben ja die Wochenpläne.

00:10:40: Und Wechselmodell weiß ich zum Beispiel auch gar nicht, heißt das jetzt fünftig, fünftig.

00:10:44: Also eine Woche ist sie da, eine Woche nicht oder sind es drei Tage und der Rest ist sie, dann ist dann die sechsjährige bei der Mutter.

00:10:51: Also das ist ja alles ganz unklar jetzt auch für uns.

00:10:55: Und wenn ich mich aber einfühle in so eine dreijährige, dann gibt es doch einige Gründe, die dazu oder einige Themen und und konstellationsbedingte Aspekte, die dazu führen können, dass ich auch ein Stück.

00:11:06: verunsichert bin.

00:11:07: Und sage, warte mal, gerade kann mich hier jemand begleiten.

00:11:10: An Stellen, wo ich vielleicht schon mal auch in meiner Autonomie war.

00:11:15: Und vielleicht geht es auch gar nicht so sehr um die Angst, sondern letztlich darum, um sicher zu sein, ich bin in Verbindung.

00:11:22: Ich bin nicht alleine.

00:11:23: Wenn ich von der Toilette wiederkomme, dann ist die Welt noch so, wie sie vorher war.

00:11:28: Und dann nehme ich Mama mit.

00:11:29: Das heißt, glaubst du, dass das so ist, wie die Mutter gesagt hat, dass dieser Krankenhausaufenthalter diese Sicherheit auch ein bisschen zusätzlich genommen hat, weil Mama plötzlich nicht da war.

00:11:41: Das kann gut sein, ja.

00:11:43: Das kann mit ein Grund sein, dass Kinder verunsichert sind.

00:11:47: Auch uns verunsichert ja so ein Krankenhausaufenthalt.

00:11:50: Es ist ja alles ganz, ganz anders.

00:11:52: Jetzt weiß ich natürlich nicht, was war da, aber man ist ja nicht im Krankenhaus, wenn man da Ferien macht, sondern weil ... etwas passiert ist, meistens beim Körper.

00:12:00: Und man eben auch in einem Ausnahmezustand war.

00:12:04: Und wir haben eben andere Möglichkeiten, uns wieder in die Mitte in unsere Sicherheit reinzubringen.

00:12:11: Wir haben in der Regel ... Wenn es gut läuft, eine gute Erfahrung mit dem Krankenhaus.

00:12:15: Wir wissen, da wird uns geholfen.

00:12:17: Wir wissen auch, dass es eine Zeit ist, die dann so ist, wie sie ist.

00:12:21: Und dann gibt es wieder einen Übergang zurück in unser Leben.

00:12:24: Und das sind ja alles Dinge, die eben eine Dreijährige noch nicht so zuordnen kann.

00:12:29: Und wir wissen auch nicht, wie hat Bonnie das begleitet?

00:12:31: Wie war das möglich, das zu begleiten?

00:12:33: War das eine plötzliche Sache?

00:12:34: Wie lange war das?

00:12:35: und so weiter?

00:12:37: Also insofern kann das sein und eben solche Dinge wie dann eben auch eine Panik, eine Angst oder auch, zu sagen, Hände waschen, ja, so, das will ich nicht alleine machen.

00:12:49: Das können dann eben Sachen sein, um sich nochmal zurück zu versichern.

00:12:53: Ich bin nicht alleine, die Welt ändert sich nicht plötzlich und ist erst mal für mich, als das, was es jetzt hier beschrieben wird, nicht besorgniserregend und Es könnte sich eben verstärken, wenn jetzt die Erwachsenen für Sorgepersonen, sage ich jetzt mal, also die Eltern und auch in der Kita der Eindruck eben entsteht, sie müsste aber jetzt, weil sie ist ja schon drei und sie konnte das ja schon.

00:13:20: Und jetzt muss sie Dinge lernen auf einmal.

00:13:23: Und so in Anführungsstrichen funktioniert unser Nervensystem nicht, sondern unser Nervensystem erlangt Sicherheit durch Verbindung.

00:13:34: da sicher ist, dass Verbindung da ist, dass sie sich darauf verlassen kann und sie liebevoll begleitet wird.

00:13:41: Und ehrlich gesagt auch das, was sie vorher gemacht haben, dass sie gesagt haben, Schau, da ist nichts.

00:13:46: Man könnte da auch nochmal fragen, da ist der Teddy.

00:13:51: Zeig mal, wo ist der denn?

00:13:52: Also sie mitzunehmen und sie selbst sozusagen sehen zu lassen, dass da nichts Gefährliches ist oder auch mal zu fragen, was macht denn der Teddy?

00:14:01: Was sagt der?

00:14:02: Sagt er irgendwas?

00:14:03: Also, um auch noch mal mehr zu erfahren, ist das gerade eine Fantasie, die sie hat?

00:14:08: Ist das ein guter Teddy?

00:14:09: Macht der Teddy ihr Angst?

00:14:10: Ja, also dieses ernstnehmende Angst und dessen, was sie äußert, finde ich, einen guten Ansatz.

00:14:17: Also, das würde ich weitermachen und ich würde versuchen, Ruhe reinzubringen und Alles das, wo sie um Unterstützung und wo sie um Hilfe bittet, auch tatsächlich ihr an Unterstützung und Rückversicherung zu geben.

00:14:31: Weil es gibt aus meiner Sicht, jetzt aus meiner fachlichen Sicht keinen Grund, weshalb sie Dinge, die sie schon mal konnte, jetzt auch für sich alleine machen soll.

00:14:41: Im Gegenteil, sie hat ja noch einen kleinen Bruder bekommen.

00:14:45: Auch das ist ja etwas, der wird jetzt zwei.

00:14:48: Das ist für uns jetzt schon fast zwei Jahre her, die Geburt.

00:14:51: Aber für die Kinder, wenn man sich jetzt eine Dreijährige vorstellt, für die ist das ja fast das ganze Leben.

00:14:57: Also da ist ja eine ganze Menge im Umbruch.

00:15:00: Das Baby kam erst auf die Welt und war nur im Arm.

00:15:03: Jetzt läuft das schon.

00:15:04: Also da verändert sich ja auch ständig irgendwas.

00:15:07: Und auch das könnte Bonnie noch mal in den Blick nehmen.

00:15:11: Wie ist der Kontakt zu der Dreijährigen?

00:15:14: Wie ist da die Verbindung?

00:15:15: Woran merkt die Dreijährige, dass sie wichtig ist, dass sie wertvoll ist?

00:15:21: Nicht, weil ich jetzt das Gefühl habe, dass sie das nicht merkt, sondern damit... Also, Bonny, nicht, dass du mich falsch verstehst, sondern, um da den Fokus noch mal draufzulegen, weil das sind nährende Botschaften.

00:15:33: Und Botschaften, die Sicherheit geben.

00:15:37: Ich hab das... Gerade eben schon, als du gesagt hast, da ist ja auch jemand, der noch jünger ist, schon gedacht, dass das ganz interessant ist, so vom Perspektivwechsel, dass man als Eltern nicht aus diesem Vergleich... In einer Situation kommt, wo man dann plötzlich der Dreijährigen sehr viel zumutet, weil man denkt, die andere ist ja noch kleiner.

00:15:59: Das fand ich total nachvollziehbar, dass man dann plötzlich das Gefühl hat, naja, weil dies ja schon drei, die andere ist erst zwei, die müsste doch eigentlich noch mehr können.

00:16:06: Und dann gibt es ja noch die ältere, die auch da ist,

00:16:09: ab und

00:16:09: zu, wo man auch noch mal einen Vergleich hat.

00:16:13: Genau, also dass man aus der Perspektive nochmal in diese Sicherheit geht.

00:16:18: Das war nicht gerade nochmal wichtig.

00:16:19: Also für mich ist eigentlich so die Essenz jetzt hier dieser Frage, dass es wirklich nicht so sehr darum geht, zu bestärken, sondern erst mal Stärke zu generieren in dem Sicherheit.

00:16:34: da ist und die erst mal wieder herzustellen zu beruhigen.

00:16:39: also ich merke immer wenn ich spreche dass ich auch wieder langsamer spreche.

00:16:43: also Dinge zu entschleunigen ja und bewusst zu machen und auch ernst zu

00:16:49: nehmen

00:16:50: und so eine form von sicherheit wieder zu generieren bevor ich dann Dinge auch ermutigen kann bestärken kann.

00:16:59: ja ich glaube das ist der zweite schritt vor dem ersten und deswegen erst mal Sicherheit wiederherstellen.

00:17:05: Und es ist völlig okay, wenn man nicht alleine auf Toilette gehen möchte.

00:17:11: Ich würde mich gerade diesen Satz sagen, muss gerade daran denken, dass man uns Frauen ja auch nachsagt, dass wir nicht alleine auf Toilette gehen, wenn wir in Gruppen unterwegs sind, sondern auch gerne zu zweit gehen.

00:17:22: Also auch mit einem kleinen Augenzwinker, also auch da, dass Sie ist wirklich erst drei.

00:17:29: Und die Toiletten auch gerade, also wenn man Kinder mal fragt auch in der Kita, ich kenne zum Beispiel auch Familien, die haben die Themen, dass die Kinder gar nicht auf Toilette gehen, also in der Kita.

00:17:40: Und wenn man da danach fragt, dann heißt eben auch, ja, da ist es so kalt oder ich habe da Angst oder es ist mir unheimlich oder also es ist auf jeden Fall irgendeine Form von Überforderung irgendwie da.

00:17:55: die besser zu regulieren ist, wenn jemand noch mitgeht, ob das jetzt ein Kind oder ein Erwachsener ist.

00:18:01: Ja, und das ist gut, dass du das in der Form nochmal so zusammenfassst, weil die Hauptfrage war ja, was können wir noch versuchen, um sie zu bestärken?

00:18:10: Und letzten Endes ist ja Teil der Antwort auch, dass manche Versuche vielleicht auch, kann ich das gut relativieren, zurückgenommen werden, also nicht im Sinne von, wir fördern oder wir versuchen, Autonomie zu fördern, indem wir sozusagen einen Zustand herbeiführen, den das Kind ja eigentlich gar nicht möchte, sondern wir begleiten eben den

00:18:31: Zustand, der da ist

00:18:31: und bieten diese Sicherheit.

00:18:33: Ja, ich meine, das ist das, wo wir immer wieder drauf kommen.

00:18:35: Das ist ja eines der Grundbedürfnisse auch.

00:18:37: Richtig, das ist das allerwichtigste Grundbedürfnis.

00:18:39: Wenn wir nicht sicher sind, können wir gar nicht gut in Verbindung gehen bzw.

00:18:43: brauchen Verbindung ganz besonders.

00:18:46: Und auch wenn wir nicht sicher sind, also wenn wir uns nicht sicher fühlen, können wir auch nicht so gut wachsen, über uns hinaus wachsen.

00:18:53: Dann sind wir nicht so in unserer vollen Kraft und in unserer Begeisterung, in unserer Freude in die Welt gehen zu können.

00:18:58: Also insofern ist Sicherheit wirklich das Allerwichtigste.

00:19:02: Und du hast völlig recht, das geht hier wirklich nochmal um Entschleunigung auch bei den Erwachsenen.

00:19:08: Nicht den zweiten, dritten, vierten Schritt zu machen.

00:19:11: vor dem Ersten.

00:19:13: Und deswegen ist es eben auch wichtig, nochmal zu entschleunigen bei dem Bild, was ich von der dreijährigen habe, dass ich nicht das Bild habe, die ist allein in ihrem Zimmer und zieht sich um und kommt dann runter zum Abendessen oder kommt dann ins Wohnzimmer, sondern dass man wirklich auch da nochmal feststellt, das Nervensystem ist noch ganz klein und ganz wenig adaptiv, das kann noch ganz wenig selbst regulieren.

00:19:37: Und nur weil sie sich schon alleine umziehen kann, heißt es nicht, dass sie es alleine machen muss, weil Kinder ja auch das sehr genießen, wenn wir das, wenn sie das in Verbindung machen dürfen und da eine große Sicherheit, emotionale Sicherheit spüren, wenn sie da nicht alleine sind.

00:19:52: Ich muss mich gerade wieder ein bisschen zurück erinnern an die letzte Folge.

00:19:55: Ich finde, also ich versuche mich ja immer so auch in die Perspektive der Fragenden so rein zu versetzen.

00:20:02: Und wenn ich das hören würde, würde mich das dann entlasten.

00:20:07: Das ist immer schön.

00:20:08: Und manchmal ist es vielleicht auch so, da habe ich das Gefühl, so eine Drucksituation, die dann im besten Fall vielleicht ein bisschen weggenommen werden kann, dass man so das Gefühl hat, ah, ich muss jetzt eigentlich hier nochmal aktiv was machen oder so.

00:20:21: Dabei ist es in Anführungsstrichen nur, natürlich kein nur, aber in Anführungsstrichen nur eben die Hinwendung, die Begleitung.

00:20:30: Und

00:20:32: die Art und Weise, wie ich das tue, das ist total schön, dass du das nochmal sagst, weil Das ist noch ein weiterer Spiegel, den wir noch mal reingeben können, dass ja im Augenblick Bonnie so verunsichert ist, dass sie selbst in Angst gerät und dadurch ja auch in eine hohe Erregung und aus dieser hohen Erregung auf einmal Bilder entstehen.

00:20:52: Sie müsste das ja eigentlich schon können und damit wieder sozusagen die Unsicherheit im Grunde von ihrer Tochter befeuert wird.

00:21:01: Also eigentlich geht es auch hier um die Form einer Selbstregulation, das nochmal ins Verhältnis in den Kontext zu setzen, sich selbst zu beruhigen, Sicherheit in sich zu spüren, mit sich selbst sich zu verbinden und dann auch eine gute Verbindung für das Kind herzustellen in den Situationen, in denen Unsicherheit da ist.

00:21:23: Ja, finde ich richtig gut.

00:21:24: In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr alle gut ins neue Jahr Rüber kommt gut und sicher mit guten Strategien und wir verabschieden uns aus diesem Jahr.

00:21:36: Genau.

00:21:38: Bis dahin.

00:21:38: Tschüss Bob.

00:21:39: Bis dann.

00:21:40: Ciao.

00:21:42: Das war vorerst die letzte Folge vom Familienrad Podcast.

00:21:45: Wir haben schweren Herzens entschieden, das Projekt zu beenden.

00:21:49: Wie leidig und sehr stolz blicken wir auf über dreihundert Folgen und viele Jahre zurück.

00:21:54: Wir bedanken uns bei Katja, Bob und Matze, aber vor allem bei euch dafür, dass ihr reingehört, Fragen gestellt und den Familienrat zu dem gemacht habt, was er ist.

00:22:03: Schön, dass ihr uns begleitet habt.

00:22:05: Danke für eure

00:22:17: Treue.

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